Block-Editor oder Pagebuilder in WordPress benutzen?

Der Block-Editor von WordPress wird immer weiter entwickelt und die vorhanden Funktionen werden immer besser.

Kannst du jetzt also deinen Pagebuilder abschalten?

Spoiler: Es kommt drauf an, aber an sich JA definitiv 😅

Kurz vorweg, ja ich habe auch viele Websiten mit verschiedenen Pagebuildern gebaut. Dies hat mir aber auch immer ein gewisses Gschmäckle hinterlassen. Seit diesem Jahr (2021) setze ich nur noch auf den Block-Editor!

Diese Website, also meine eigene, habe ich schon immer bewusst nah am WordPress Core erstellt. Damit war und ist es mir immer sehr einfach möglich das Theme und damit das Erscheinungsbild, das Frontend, schnell zu wechseln wenn immer ich Lust dazu habe.
Und ja das war in den letzten Jahren sehr oft 😁

Seit dem das Projekt Gutenberg startete war ich ein großer Freund dieser Entwicklung, auch wenn nicht immer alle Entscheidungen dabei richtig waren. Mit der WordPress Version 5.0 wurde der neue Block-Editor, im Dezember 2018, in den Core integriert und seit dem ist das ganze so so viel besser geworden!

Gutenberg Changelog – Logo von Mark Uraine
Gutenberg Changelog – Logo von Mark Uraine

Das beste daran, mit jedem neuen Release vom Gutenberg Plugin kommen neue Funktionen und Verbesserungen dazu. Wenn du da auf dem laufenden bleiben möchtest solltest du dir einmal den Podcast Gutenberg Changelog (Englisch) von Birgit Pauli-Haack anhören. Alle zwei Wochen bekommst du hier, in etwas mehr als 30min, alles neue und wichtig mit.

Block-Editor oder Gutenberg?

Falls dich die Namen etwas verwirren, lass mich versuchen das ganze etwas zu erklären.

Projektname Gutenberg

WordPress Gutenberg Logo

Gutenberg wird das Featured Plugin genannt welches du dir über das Pluginverzeichnis oder GitHub selbst installieren kannst.

Bevor der Block-Editor in WordPress in Version 5.0 integriert wurde, war es hiermit möglich erste Erfahrungen mit dem neuen Editor zu bekommen und dieses Projekt schon aktiv zu unterstützen.

An sich läuft das jetzt immer noch genau so. Wenn du das Gutenberg-Plugin installiert und aktiviert hast bekommst du immer den aktuellsten Stand den Block-Editors wie er in Zukunft auch in den WordPress-Core Einzug halten wird.

Das ganze ist aber in ständiger Entwicklung und deswegen nicht für Produktivseiten zu empfehlen. Deswegen kommen wir jetzt zum Block-Editor.

Block-Editor

Der Block-Editor ist der neue Standard-Editor in WordPress und erlaubt dir über verschiedene Blöcke deine Seiten oder Beiträge so umzusetzen wie du es gern hättest.

Der Block-Editor ist die stable Release von getesteten Gutenberg-Versionen. Erst wenn Fehler und Anwender-Anmerkungen behoben wurden wird eine Gutenberg-Plugin-Version in den WordPress-Core „übertragen“. Die neuen Funktionen, die du vorher über das Gutenberg-Plugin testen konntest, stehen dann für alle WordPress-Nutzer zur verfügung.

Wenn du also eine Website aufgebaut hast und diese sich im „produktiven“ Einsatz befindest, benutzt du zu 99,9% den Block-Editor.

Die unterschiede in den Namen sind gerade in der Zusammenarbeit mit anderen WordPress’lern wichtig. Denn Funktionen die in Gutenberg schon genutzt werden können, können so vielleicht noch nicht im Block-Editor benutzt werden.

Kann der Block-Editor einen Pagebuilder ersetzen?

Wenn du CSS etwas beherrscht, ein ganz klares JA!

Wenn du alles nur über den Editor lösen möchtest, kommt es wieder darauf an. Es kommt darauf an was du dir vorstellst und wie tief du Veränderungen machen möchtest.

In der WordPress Version 5.7.x, die zur Beitragsveröffentlichungszeit aktuell ist, geht schon sehr viel was Layout und Satz betrifft. Wo es aktuell noch hapert sind Header und Footer Anpassungsmöglichkeiten. Das wird dieses Jahr, mit dem Full-Site-Editing (FSE), noch richtig fahrt aufnehmen!

Alle Pagebuilder, also Divi, Elementor etc. bieten dir diese Möglichkeiten jetzt schon an.

Es ist aber nicht nur der Block-Editor, der dir die Funktionen anbietet, wichtig. Dein genutztes Theme muss all die Funktionen, die neu in WordPress sind, nutzen können. Bei vielen Funktionen muss das Theme deinem WordPress sagen das es z.B. das Full-Site-Editing (FSE) unterstützt. Wenn das nicht der Fall ist wirst du auch keine Optionen zu diesen Funktionen sehen können.

Der Flaschenhals Themes

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es noch nicht die riesige Auswahl wenn es um gute Block-Editor/Gutenberg-Themes geht.

Wenn dein Theme die Funktionen nicht aktiv unterstützen, sind der Erfahrungen mit dem neuen Block-Editor auch einfach nicht aussagekräftig. Denn erst wenn dein Theme auch weiß was es mit den einzelnen Blöcken anstellt wird das eine runde Sache.

Vergleichbar ist das wie wenn du auf einem alten Röhrenfernseher ein super scharfes 4K Bild erwartest weil dein Streaminganbieter das ausstrahlen kann 😉

Themes die ich mir schon einmal angeschaut habe und die jetzt schon gut mit dem Block-Editor zusammenarbeiten möchte ich dir hier einmal verlinken.

Das Naledi Theme von Anariel Design
zur Theme-Demo

Aino WordPress Theme von Elmastudio

Das Aino Theme von Elmastudio
zur Theme-Demo, GitHub

Go WordPress Theme von GoDaddy

Das Go Theme von GoDaddy
zum Theme, GitHub

Mehr Informationen zu FSE und Themes die dieses schon unterstützen findest du im Beitrag von Gutenberg Times.

Persönlich setze ich gerade sehr gern das Blocksy WordPress Theme* ein. Es bietet wirklich sehr viele Einstellmöglichkeiten über den Customizer an. Es ist performant, Bedienungsfreundlich (a11y) und es ist sogar alles DSGVO-konform möglich 😍. Zum Beispiel habe ich damit schon volle Punktzahl bei Lighthouse erreichen können.

Lighthouse Auswertung mit voller Punktzahl meiner Service Seite

Wie du siehst ist jetzt schon wirklich sehr viel mit reinem WordPress möglich, ohne das du auf einen Pagebuilder setzen musst und dir damit Performance und Nutzerfreundlichkeit kaputt machst.

Wie würde Robert Windisch jetzt sagen:
Themes Pagebuilder werden sterben!“

Mit einem Pagebuilder hast du einfach eine Lock-in-Effekt.

Die Exit-Strategie für die meisten wird dann wohl Richtung SaaS (Software as a Service) gehen und dir als Nutzer wird ein Wechsel zurück zu WordPress immer schwerer fallen.

Aber jetzt einfach mal so deinen Pagebuilder deaktivieren solltest du dir vielleicht nochmal kurz überlegen.

Warum du deinen Pagebuilder nicht einfach so deaktivieren kannst

Die meisten Pagebuilder (PB) fügen viel zusätzlichen Code in deine einzelnen Seiten/Beiträge ein, damit du diese vielen einfachen Klick-Optionen zur Auswahl hast.

Diese zusätzlichen Codezeilen braucht dein Pagebuilder um alles richtig interpretiert zu können so das die visuell Dargestellung für deinen Besucher passt.

Wenn du deinen PB jetzt deaktivierst sind diese Codezeilen aber immer noch im Quellcode deiner Website enthalten werden aber nicht mehr genutzt. Im besten Fall hast nur ganz viel Datenmüll unter der Oberfläche liegen. Im schlechtesten Fall sieht diesen Datenmüll auch dein Besucher und finde sich nicht mehr auf deiner Seite zurecht. Die Netzialisten haben dazu mal einen super Beitrag gemacht.

Das beschreibt auch gut das Problem des Lock-in-Effekts von Pagebuildern. Ohne Aufwand das Theme zu wechseln oder den Pagebuilder zu deaktivieren ist meist nicht möglich.

Wie groß der Aufwand wirklich ist hängt immer davon ab, wie exzessiv der Builder eingesetzt wurde und auch welcher genutzt wurde.

Hast du zum Beispiel alle Seiten und Beiträge damit bearbeitet ist der Aufwand enorm und es empfiehlt sich wohl eher die Website nochmal komplett neu aufzubauen. Hier muss aber auch immer im Einzelfall geschaut werden.

Fazit

Ich hatte früher schon einmal etwas zu Pagebuilder geschrieben, so ganz kann ich meinem eigenen Beitrag nicht mehr zustimmen 🤷🏻‍♂️. Jeder entwickelt sich weiter, genau so wie das Gutenberg-Projekt.

Meine Empfehlung ist, wenn du die stärken der WordPress Community nicht irgendwann verlieren möchtest solltest du dich jetzt schon einmal aktiv und richtig mit dem Block-Editor und einem kompatiblen Theme auseinandersetzen.

Du musst ja noch nicht umsteigen, aber du solltest so schnell wie möglich deine ersten Erfahrungen damit machen.

Ich setzt jetzt schon aktiv auf den Block-Editor beim erstellen neuer Websiten. Auch für Kunden ist es, meiner Meinung nach, einfach das zukunftsweisendere Gesamtsystem.

Sag mir doch gern in den Kommentaren wie du zu dem Thema Block-Editor und Pagebuilder stehst und was deine Meinung ist 🙂

3 Kommentare

  1. Auch gestern veröffentlicht und sehr passend zum Thema 😉

    WordPress Gutenberg Demo vom WordCamp Europe 2021
    https://youtu.be/a1Sf7PxfmLQ

    #WCEU2021 🚀👍

  2. Danke für den Überblick! Als Theme-Empfehlung möchte ich noch GeneratePress ergänzen.

    Was mich (und auch meine Auftraggeber:innen) beim Block Editor immer noch wahnsinnig macht: Die Blöcke sind so schwer zu greifen und zu verschieben. Gerade bei verschachtelten Blöcken ist es wirklich ein Graus: Ich sehe nicht unmittelbar, welcher Block da in welchem steckt, wo ich gerade bin, und wo der übergeordnete genau sitzt und wie ich den erwische. Das resultiert dann gerne in wilder Rumklickerei, bei dem die Blöcke dann gerne auch mal verspringen. Das ließe sich alles mit unauffälligen Umrandungen und Hover-Effekten viel besser machen.

    Ich habe ein Plugin gefunden, dass dieses Problem etwas reduziert, aber ganz zufrieden bin ich damit auch nicht, weil es im Editor eine ganze Menge „virtuelles“ Padding hinzufügt. „Editor Block Outline“ heißt es, hier: https://de.wordpress.org/plugins/editor-block-outline/

    Wenn das Handling der (verschachtelten) Blocks besser geregelt würde, wäre die Nutzererfahrung um einiges besser.

  3. Jasmina von konfetti&taler
    Jasmina von konfetti&taler

    Hi Christopher, ich bin wie du seit einiger Zeit nur noch ohne Pagebuilder dabei. So schön die teilweise auch sein mögen – früher oder später und vor allem beim Relaunch gibt´s meist Probleme. Für mich funktioniert das bislang ganz gut, wenngleich ich auch Alex recht geben muss: Diese Klickerei in den Blöcken geht mir manchmal auch ganz schön auf den Senkel. Wäre das smarter gelöst, wäre ich so richtig richtig zufrieden 😉 LG Jasmina

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